Tempo 30 für St.-Anton-Straße

wirstadt.org fordert eine Tempo-30-Anordnung für St.-Anton-Straße zwischen West- und Ostwall

wirstadt.org begrüßt die erfolgreiche Pop-up-bike-lane und sieht sich bestärkt in der Bestrebung, diesen Bereich der St.-Anton-Str. kurz- und mittelfristig in eine verkehrsberuhigte Zone zurück zu bauen. Wir schlagen deshalb die sofortige Schaffung von verkehrsrechtlichen Grundlagen zur Umsetzung einer Tempo-30-Anordnung für die St.-Anton-Straße innerhalb der Wälle vor.

Radfahrer, Autos und Straßenbahn teilen sich während Krefelds erster Pop-up-bike-lane die vier Spuren der St.-Anton-Straße zwischen West- und Ostwall.

Bei den konzeptionellen Überlegungen zur Routenführung wurden vom Planungsteam aus Fridays for Future, ADFC und wirstadt.org-Teilnehmern verschiedene mögliche Szenarien durchgespielt. Die am Samstag, den 20.06.20 realisierte und von der Krefelder Polizei mitgetragene Sperrung der jeweils äußeren Spur war die mutigste von allen, da hier für MIV (motorisierter Individualverkehr) und ÖPNV (Straßenbahn) pro Richtung nur noch eine gemeinsame Fahrbahn zur Verfügung stand. Trotz dieser Einschränkung und eines recht hohem Verkehrsaufkommen kam es zu keinen nennenswerten, längeren Staus im Bereich innerhalb der Wälle oder darüber hinaus oder gar zu einem Verkehrskollaps.

Nicht nur die Erkenntnisse aus der Pop-up-bike-lane-Demonstration sprechen für eine sofortige Verkehrsberuhigung durch ein Tempolimit auf 30 km/h für diesen Teilbereich der St. Anton Straße:

  • Die St.-Anton-Straße trennt seit Jahrzehnten die nördliche Innenstadt (Rathaus, Volkshochschule, Stadttheater, Mediothek, Theaterplatz, …) vom mittleren, historischen Kern und der südlichen Innenstadt in unnatürlicher Weise ab; die Verkehrsberuhigung ist ein wichtiger Schritt zur Aufwertung der Innenstadt insgesamt
  • Die mit dem Wiederaufbau realisierte Erweiterung zu einer 4-spurigen Durchgangsstraße ist historisch problematisch und folgt stadtplanerisch ausschließlich der nicht mehr zeitgemäßen Idee einer „autogerechten Stadt“, die andere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Fahrradfahrer nicht ausreichend berücksichtigt
  • Ein Tempolimit lässt sich nahezu kostenneutral durch Beschilderung und ohne nennenswerte bauliche Veränderungen durchführen
  • Das Ziel eines generellen Tempolimits von mind. 30 km/h im Kernbereich der Innenstadt (Beschluss des Planungsauschuss von 02/2016) ist auf der St.-Anton-Str. (und dem Nordwall) noch nicht umgesetzt
  • Tempo 30 korrespondiert mit der vorhandenen verkehrsregelnden Ampelschaltung und führt zu einem insgesamt gleichmäßigeren Verkehrsfluss
  • Ein Tempolimit erhöht durch ein ruhigeres Verkehrsgeschehen die Sicherheit und bietet allen Verkehrsteilnehmern bessere Orientierungsmöglichkeiten
  • Zeitverluste sind marginal, da die verkehrsregelnden Ampelschaltungen während der Hauptverkehrszeit auch zur Zeit kaum höhere Geschwindigkeiten als 30 km/h zulassen
  • Lärm- und Abgasemissionen werden reduziert und führen zu einem menschen- und klimagerechteren Verkehrsgeschehen und einer Stärkung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer
Die St.-Anton-Straße hat eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h und durchtrennt die als 30er-Zone definierte Krefelder Innenstadt innerhalb der Vier Wälle.

Wirstadt.org sieht die Errichtung eines Tempo-30-Abschnitts als sofort realisierbaren Auftakt zu weiteren Maßnahmen im Bereich St.-Anton-Straße und der gesamten Innenstadt, die den Zielen des Klima- und Mobilitätskonzepts für Krefeld konkret Rechnung tragen. Die Umwidmung der letzten vorhandenen 50 km/h-Straße innerhalb der Wälle ist für uns mehr als eine symbolische Geste von Stadtreparatur, vielmehr ist es ein notwendiger Baustein zur spürbaren Aufwertung der Innenstadt.

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